Eine der Fragen, die in Trainings und Coachings immer wieder auftaucht, lautet: „Wie motiviere ich meine Mitarbeitenden?" Und meistens entsteht dabei relativ schnell die Suche nach dem richtigen Hebel. Was kann ich tun? Was muss ich anbieten? Welches Angebot muss ich machen, damit jemand engagierter arbeitet oder motivierter wirkt?
Mitarbeitermotivation & Führung
Aus dem Coaching
Heute fiel im Coaching genau dieses Wort: „Ich frage mich immer, welches Bonbon ich hinhalten muss." Ich musste lachen – weil das Bild gleichzeitig so einfach und so treffend ist. Denn häufig läuft Motivation genau so. Führungskräfte überlegen, was zieht, was antreibt, was jemanden in Bewegung bringt.
Das Problem ist nur: Menschen funktionieren dabei ziemlich unterschiedlich. Du kannst die ganze Zeit begeistert von einer Currywurstbude erzählen – wenn Dein Gegenüber aber Vegetarier ist, wirst Du mit genau diesem Angebot wenig Begeisterung auslösen.
Motivation entsteht oft dort, wo etwas wegfällt
Spannend wird es allerdings an einer anderen Stelle. Denn manchmal entsteht Motivation gar nicht dadurch, dass Führungskräfte noch mehr anbieten, antreiben oder aktivieren.
Manchmal entsteht sie dort, wo etwas wegfällt. Wo Menschen Aufgaben übernehmen dürfen, die stärker ihren Fähigkeiten entsprechen. Wo sie nicht permanent gegen ihre eigene Arbeitsweise arbeiten müssen. Oder wo Stolpersteine verschwinden, die vorher mehr Energie gezogen haben als die eigentliche Aufgabe selbst.
Der klassische Ansatz
Führungskräfte suchen nach Anreizen, Maßnahmen und dem richtigen „Bonbon" – und rätseln, warum die Wirkung ausbleibt.
Der wirksamere Blick
Was bremst jemanden aus? Welche Aufgaben kosten dauerhaft Kraft? Motivation verändert sich, wenn Hindernisse verschwinden.
Viele Führungskräfte denken bei Motivation zuerst an Maßnahmen. Die eigentliche Wirkung entsteht häufig dort, wo jemand beginnt, genauer hinzusehen: Was liegt jemandem wirklich? Womit tut sich jemand schwer? Welche Aufgaben kosten dauerhaft Kraft, obwohl die Stärken dieser Person klar woanders liegen?
Warum Motivation auch mit Kommunikation zu tun hat
Ein zweites Coaching heute hatte auf den ersten Blick mit Motivation gar nichts zu tun. Es ging darum, dass jemand das Gefühl hatte, mit seinen Themen nicht richtig gehört zu werden. Im Gespräch wurde nach und nach deutlich, dass dabei nicht nur der Inhalt eine Rolle spielt – sondern auch die Art, wie argumentiert und kommuniziert wird.
Interessant war vor allem der Moment, in dem er sagte, dass es sich für ihn fast wie Manipulation anfühlt, Dinge so zu formulieren, dass andere sie besser annehmen können.
Kommunikation entsteht nicht nur aus dem, was gemeint ist – sondern auch daraus, ob andere überhaupt Zugang dazu finden.
Menschen sind deutlich eher bereit, mitzugehen, wenn sie sich angesprochen fühlen und einen Zugang zu dem finden, was gesagt wird. Auch das ist eine Form von Motivation.
Was gute Führung hier leisten kann
Vielleicht liegt genau darin ein Missverständnis rund um Motivation. Viele Führungskräfte suchen nach Methoden, nach Anreizen oder nach dem richtigen Impuls. Und gleichzeitig entsteht Motivation im Arbeitsalltag häufig viel unspektakulärer.
Motivation verändert sich oft nicht durch noch mehr Antrieb.
Sondern durch Führungskräfte, die beginnen, genauer hinzusehen.
Genau das ist der Ansatz in meiner Arbeit mit Führungskräften – kein schneller Motivationstrick, sondern ein genauerer Blick auf das, was Menschen wirklich braucht und was sie ausbremst. Melde Dich gerne, wenn Du das für Dich oder Dein Team vertiefen möchtest.
