Führungskraft sein – warum es mehr ist als ein Karriereschritt

Es gibt eine Beobachtung, die inzwischen in vielen Unternehmen auftaucht.

Die jüngeren Generationen schauen sich die Rolle der Führungskraft an … und entscheiden sich erstaunlich oft dagegen. Weder aus Faulheit noch aus mangelndem Ehrgeiz.

Sondern weil sie sehr genau sehen, was diese Rolle bedeutet.

Viele Führungskräfte arbeiten viel, manche zu viel. Sie tragen Verantwortung für Ergebnisse, für Menschen, für Entscheidungen. Und nicht selten sitzen sie dabei zwischen allen Stühlen: Erwartungen von oben, Bedürfnisse von unten, Druck von außen.

Wenn man ehrlich hinschaut, ist Führung kein Status, sondern eine Aufgabe. Und diese Aufgabe verlangt mehr als ein paar zusätzliche Fähigkeiten.

Die Persönlichkeitsstruktur: Was Du mitbringen solltest

Manche Dinge kann man lernen. Andere eher nicht.

Es gibt Persönlichkeitsmerkmale, die Führung deutlich erleichtern – oder überhaupt erst möglich machen.

Zum Beispiel eine gewisse innere Stabilität. Menschen erwarten von Führungskräften Orientierung. Was nicht bedeutet, immer alles zu wissen. Aber es bedeutet, Entscheidungen treffen zu können, auch wenn nicht alle Informationen vorliegen.

Dazu kommt Selbstreflexion. Führungskräfte, die sich selbst nicht hinterfragen, geraten schnell in einfache Muster: Recht behalten wollen, Kritik persönlich nehmen, Druck weitergeben.

Und dann ist da noch etwas, das oft unterschätzt wird: Interesse an Menschen. Nicht als Floskel oder als freundliches oberflächliches Verhalten. Es meint echtes Interesse daran, wie jemand arbeitet, denkt, reagiert. Wer Menschen eigentlich nur als Ressource betrachtet, wird sich mit Führung schwer tun.

Hilfreich ist außerdem eine gewisse Frustrationstoleranz. Führung bedeutet, mit Erwartungen, Konflikten und manchmal auch mit Enttäuschungen umzugehen – ohne dabei die Orientierung zu verlieren.

Fähigkeiten, die Du lernen kannst

Zum Glück muss niemand als fertige Führungskraft geboren werden. Viele der Dinge, die gute Führung ausmachen, sind tatsächlich erlernbar.

Zum Beispiel Kommunikation. Klar zu sprechen, Erwartungen zu formulieren, Feedback zu geben – ohne zu verletzen und ohne auszuweichen – das ist eine Fähigkeit, die trainiert werden kann.

Auch Planung und Struktur gehören dazu. Führung bedeutet, Überblick zu behalten: Ziele, Prioritäten, Ressourcen.

Und dann gibt es die Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten. Menschen arbeiten verschieden. Sie denken verschieden. Sie reagieren verschieden. Führung bedeutet nicht, alle gleich zu machen. Sondern Wege zu finden, wie Unterschiedlichkeit trotzdem funktioniert.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Rollenklarheit. Viele Führungskräfte versuchen gleichzeitig Fachkraft, Problemlöser, Vermittler und Retter zu sein. Doch Führung entsteht erst, wenn klar wird: Meine Aufgabe ist nicht, alles selbst zu lösen – sondern dafür zu sorgen, dass Arbeit möglich wird – also andere zu befähigen, ihre Probleme zu lösen.

Das Thema Arbeitseinsatz

Führung kostet Zeit. Das ist leider ein Fakt, der in vielen Organisationen nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Gespräche mit Mitarbeitenden, Abstimmungen, Entscheidungen, Konflikte klären, Prioritäten setzen. All das passiert zusätzlich zu den fachlichen Themen.

Viele Führungskräfte stellen irgendwann fest: Die eigentliche Arbeit besteht nicht mehr in der Fachaufgabe. Sondern in der Verantwortung für andere Menschen und ihre Arbeit.

Das kann erfüllend sein. Es kann aber auch anstrengend sein, besonders, wenn gefühlt hierfür die Zeit fehlt. Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum manche jüngeren Mitarbeitenden sehr bewusst sagen: Das möchte ich nicht.

Eine kurze Selbstprüfung

Manchmal lohnt sich ein ehrlicher Blick auf sich selbst. Du könntest Dir zum Beispiel folgende Fragen stellen:

  • Interessiere ich mich wirklich dafür, wie andere Menschen arbeiten und was sie motiviert?
  • Kann ich Entscheidungen treffen, auch wenn mir nicht alle Informationen vorliegen?
  • Halte ich es aus, wenn jemand anderer Meinung ist als ich?
  • Bin ich bereit, Konflikte anzusprechen statt ihnen auszuweichen?
  • Kann ich Verantwortung tragen, auch wenn Ergebnisse nicht sofort sichtbar sind?
  • Fällt es mir leicht, Aufgaben abzugeben – oder übernehme ich lieber alles selbst?
  • Bin ich bereit, Zeit in Gespräche mit Mitarbeitenden zu investieren?

Es geht hier nicht um perfekte Antworten. Aber die Fragen zeigen ziemlich gut, worum es in Führung tatsächlich geht.

Führung ist keine Belohnung

Lange Zeit galt Führung als logischer nächster Schritt. Wer gut arbeitet, wird Führungskraft – das ist nicht immer die beste Idee, denn es sind zwei sehr unterschiedliche Rollen.

Fachliche Stärke macht noch keine Führungskraft. Führung braucht eine Mischung aus Persönlichkeitsstruktur, lernbaren Fähigkeiten und der Bereitschaft, Verantwortung für Menschen zu übernehmen.

Nicht jeder muss das wollen. Aber wer diese Rolle übernimmt, sollte wissen, worauf er sich einlässt.

Und genau hier beginnt Entwicklung

Viele Führungskräfte merken irgendwann, dass sie in ihrer Rolle funktionieren – aber nicht immer wirklich klar sind. Sie reagieren auf Situationen, lösen Probleme, versuchen, allem gerecht zu werden.

Und genau dort entsteht oft der Wunsch, Führung bewusster zu gestalten. Nicht noch mehr Methoden oder Tools auszuprobieren, sondern ein klarer Blick auf die eigene Rolle, auf Erwartungen und auf das, was Führung im Alltag wirklich bedeutet, zu werfen.

In meinen Workshops und Coachings arbeiten Führungskräfte genau daran: an Rollenklarheit, an der eigenen Haltung und an der Frage, wie Führung im eigenen Kontext wirklich funktionieren kann. Mit den entsprechenden Theorien, die genau auf ihr wirkliches Leben, ihre berufliche Praxis angewendet werden.

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Kathrin Eger - Business-Coach

Hallo, ich bin Kathrin Eger.

Gründerin von EaGER to Change Business Coaching. Ich begleite mit vielen schönen Erfahrungen Führungskräfte, Unternehmer*innen und deren Mitarbeitende als Coach.

Seit 2012 betreue ich jährlich bis zu 120 Klienten im Executive Coaching und habe zu jedem Moment das Ergebnis für meinen Coachee und dessen Personal, sowie die Ziele der Organisation im Blick und verstehe in diesem Sinne auch die Bedeutung und die Entwicklung aller Gespräche.

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