Führung beginnt nicht mit Entscheidungen. Sondern mit Beziehungen.

Führung & Beziehungen

Vor ein paar Tagen habe ich einen Workshop begleitet. Der Auftrag kam von der Bereichsleitung und war klar, dachte ich.

Nach einer organisatorischen Veränderung sollte es um die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen gehen. Um Schnittstellen, Kommunikation und den Umgang mit Konflikten. Die Stimmung ist gut – und das Team ist es auch, so sagte man es mir.

Im Laufe des Tages wurde jedoch etwas ganz anderes sichtbar.

Aus dem Workshop

Die eigentlichen Schwierigkeiten entstanden gar nicht zwischen den Teams. Im Gegenteil. Die Zusammenarbeit funktionierte erstaunlich gut. Die Abteilungsleitungen führten ihre Bereiche verantwortungsvoll, unterstützten sich gegenseitig und ihre Mitarbeitenden zogen mit. Also, der Teil stimmte. Das mit der Stimmung war so eine Sache.

Je länger wir miteinander arbeiteten, desto deutlicher wurde: Dass die Organisation überhaupt noch so gut funktionierte, lag vor allem an den Beziehungen. Die zwischen den Mitarbeitenden untereinander und der zwischen den Führungskräften der mittleren Ebene.

Das fing viel auf, was an anderer Stelle nicht funktionierte.

Beziehungen sind kein weicher Faktor

Wenn über Führung gesprochen wird, geht es oft um Ziele, Strategien, Prozesse oder Kennzahlen. All das ist wichtig, keine Frage.

Dennoch entscheidet im Arbeitsalltag meist etwas anderes.

Die Mitarbeitenden erleben ihre Führungskraft und natürlich auch die Ebene darüber.

Sie erleben, ob ihnen vertraut wird, ob sie Verantwortung übernehmen dürfen oder ob sie Fehler ansprechen können – und wie dann damit umgegangen wird.

Sie erleben, ob ihre Führungskraft zuhört oder bereits die Antwort kennt, und ob sie den Eindruck haben, dass ihre Arbeit gesehen wird.

Beziehungen entstehen nicht im Jahresgespräch, sondern jeden einzelnen Tag in jeder einzelnen Situation.

Kontrolle ersetzt keine Führung

In dem Workshop fiel mir noch etwas auf.

Dort, wo Verantwortung zwar offiziell übertragen wurde, Entscheidungen am Ende aber doch wieder kontrolliert oder hinterfragt wurden, entstand Unsicherheit.

Ich vermute, die Führungskraft wollte den Überblick und den direkten Kontakt behalten. Also im Zweifel erstmal etwas ganz Menschliches.

Die Folge war jedoch eine andere, denn die Menschen begannen, sich abzusichern, trauen sich nicht zu entscheiden – oder haben Sorge, dass ihre Entscheidung übergangen wird.

Eigenverantwortung verlor an Kraft, und das, obwohl die Führungskräfte durchaus in der Lage waren, ihre Teams erfolgreich zu führen. Das hatten sie während einer längeren Abwesenheit bereits bewiesen. Man hätte sie nur machen lassen müssen.

Gute Beziehungen können viel auffangen

Mich hat beeindruckt, wie stabil die Zusammenarbeit trotzdem war, weil das Team sich vertraut hat und weil sie miteinander arbeiten und nicht gegeneinander.

Das ist oft der eigentliche Grund, warum Mitarbeitende bleiben. Die gute Beziehung zu anderen.

Perfekte Prozesse wären toll. Führungskräfte, die alles richtig machen, auch – nur leider ist das ziemlich idealistisch.

Aber gute Beziehungen können eine Organisation erstaunlich lange tragen. Meiner Ansicht nach sollte genau das im Fokus stehen – als Führungskraft die Bedingungen zu schaffen, die so etwas ermöglichen.

Wenn Du jetzt darüber nachdenkst, wie es bei Dir aussieht, und jemanden von außen brauchst: buch Dir einen Termin mit mir.

Kathrin Eger - Business-Coach

Hallo, ich bin Kathrin Eger.

Gründerin von EaGER to Change Business Coaching. Ich begleite mit vielen schönen Erfahrungen Führungskräfte, Unternehmer*innen und deren Mitarbeitende als Coach.

Seit 2012 betreue ich jährlich bis zu 120 Klienten im Executive Coaching und habe zu jedem Moment das Ergebnis für meinen Coachee und dessen Personal, sowie die Ziele der Organisation im Blick und verstehe in diesem Sinne auch die Bedeutung und die Entwicklung aller Gespräche.

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